Anklage gegen Vechtaer HDJ-Aktivist_innen erhoben

Nach mehr als zweijähriger Ermittlung hat die Staatsanwaltschaft Berlin Anklage gegen die Vechtaer Neonazis Christian Fischer (27) und Daniela K. (24) erhoben.

Christian Fischer ist Hauptaktuer der Vechtaer Neonaziszene. Er war bis zu dessen Auflösung „Stützpunktleiter“ der NPD-Vechta und ist in der NPD-Osnabrück, im NPD-“Bundesordnungsdienst“ und in der mittlerweile verbotenen „Heimattreuen Deutschen Jugend“ aktiv. Weiterhin ist Fischer Vorsitzender der JN-Osnabrück (Jugendorganisation der NPD) und stellvertretender „Landesführer“ der „Jungen Nationaldemokraten“.
Daniela K. war bis zum Verbot „Unterführerin“ der HDJ-Einheit „Herrmannsland“.

Bei der „Heimattreuen Deutschen Jugend“ handelte es sich bis zu ihrem Verbot um eine völkisch-neonazistische Nachwuchsorganisation. Bereits im Kleinkindalter wurden Kinder in der HDJ im Sinne des Nationalsozialismus erzogen. Auf Zeltlagern, Ausflügen und Wanderungen wurden Kinder gedrillt und ideologisch geschult.

Grund für die jetzt erhobene Anklage ist eine von den beiden Neofaschist_innen im Januar 2007 durchgeführte sogenannte „Rasseschulung“, die im Rahmen eines „Julfestes“ im „NPD-Heim“ in Georgsmarienhütte stattfand. Als Referent der HDJ-Veranstaltung trat der 25 jährige Biologiestudent Ragnar Dam, Führer der HDJ-“Leitstelle-Nord“ auf. Er erläuterte gegen acht Euro Eintrittsgeld in einer Powerpoint-Präsentation „Rassenunterschiede“ und warnte vor einer „Durchmischung“.

Weiterhin wurde vor den 30 bis 40 Zuhörer_innen, unter ihnen zwei Jugendliche im Alter von 15 und 16 Jahren, der verbotene NS-Propagandafilm „der ewige Jude“ gezeigt. In diesem Film werden Menschen jüdischen Glaubens mit Ratten und Ungeziefer verglichen. Das nationalsozialistische Machwerk aus dem Jahre 1940 sollte die Bevölkerung ideologisch auf die Massenvernichtung der in Europa lebenden Jüdinnen und Juden vorbereiten.


Die Vechtaer HDJ-Aktivist_innen Christian Fischer und Daniela K. müssen sich nun vor Gericht verantworten
Fotos: recherche-nord

Bereits im Mai 2008 wurden deswegen die Wohnräume von Christian Fischer, Daniela K. und Ragnar Dam durchsucht. Bei dem Berliner, der in Greifswald studiert, wurden der Powerpoint-Vortrag und eine Kopie des NS-Films gefunden. Dam wird außerdem die Organisierung eines sogenannten „Pimpfenlagers“ der HDJ im Mai 2006 in Kölzin (Mecklemburg-Vorpommern), an dem mindestens 13 Kinder teilnahmen, zur Last gelegt.

Nun müssen sich die Neonazis vor der Staatsschutzkammer des Landgerichtes in Berlin-Moabit verantworten. Die Anklage lautet „Volksverhetzung“ sowie „Verbreiten von Propagandamitteln und das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen“.

Bereits Ende Januar wurde Christian Fischer vom Amtsgericht Vechta zu einer Geldstrafe verurteilt. Näheres dazu gibt es in dem Bericht von recherche-nord.


2 Antworten auf „Anklage gegen Vechtaer HDJ-Aktivist_innen erhoben“


  1. 1 Was machen die Nazis eigentlich gerade? « Linkes Vechta Pingback am 26. April 2010 um 22:32 Uhr
  2. 2 Vechtaer HDJ-Aktivist_innen verurteilt « Linkes Vechta Pingback am 12. Mai 2010 um 9:25 Uhr
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