17 Nazis in Delmenhorst

Ganze 17 Neonazis haben es heute nach Delmenhorst geschafft, um mit einer Mahnwache gegen eine gleichzeitig stattfindende Verfassungsschutz-Ausstellung zu protestieren.


JN-Mahnwache in Delmenhorst. Foto: recherche-nord

Vor Beginn der Veranstaltung versuchten ca 50 Antifaschist_innen, den Versammlungsort der Neonazis, die aus Delmenhorst und Tostedt kamen, zu besetzen. Ein großes Polizeiaufgebot von ungefähr einer Hundertschaft sorgte jedoch mit teils aggressiver Härte dafür, dass der Marktplatz geräumt wurde und die Mahnwache der NPD-Jugend ungestört stattfinden konnte. Außerdem protestierten Mitglieder des Delmenhorster „Forum gegen Rechts“ gegen die neonazistische Versammlung.

Auf der Seite von recherche-nord findet sich ein Bericht sowie eine Bildergalerie.


3 Antworten auf „17 Nazis in Delmenhorst“


  1. 1 Jeff 26. Februar 2010 um 14:44 Uhr

    Die NWZ ist zu früh abgereist ;)
    NordWestZeitung vom 26.02.10

    Polizei erteilt in Delmenhorst massenhaft Platzverweise
    EXTREMISMUS Neonazi-„Mahnwache“ fällt aus – Zahlreiche Gegendemonstranten

    Einsatzkräfte der Polizei trugen die Antifa-Demonstranten vom Rathausplatz und erteilten Platzverweise.

    DELMENHORST – Spektakulärer Polizeieinsatz in Delmenhorst: Etwa 50 Antifa-Sympathisanten und Autonome wurden am Donnerstagabend gegen 18 Uhr teils unter heftiger Gegenwehr von behelmten Polizisten vom Rathausplatz weggetragen. Hintergrund war eine von Rechtsradikalen bei der Stadt angemeldete „Mahnwache“ in Höhe des Standesamtes anlässlich der Eröffnung einer Wanderausstellung „Verfassungsschutz gegen Extremismus – Demokratie schützen vor Rechts- und Linksextremismus“ im Rathaus. Auch Mitglieder des DGB-Forums gegen Rechts, die sich schützend vor die jugendlichen Antifa-Demonstranten gesetzt hatten, wurden weggetragen.

    „Es ist im Internet zu Gewalttaten aufgerufen worden“, begründete Polizei-Einsatzleiter Uwe Vierke das teilweise raubeinige Auftreten seiner rund 50 Einsatzkräfte bei der Durchsetzung des Platzverweises. Die Links-Autonomen, „größenteils Auswärtige“, hätten sich in Bahnhofsnähe gesammelt und seien dann vermummt durch die Innenstadt gezogen. Der leise, zivilisierte Protest des DGB-Forum gegen Rechts, dessen Mitglieder sich in Höhe des Bistros „Markt eins“ versammelt hatten, blieb unbeanstandet.

    Die von den Neonazis für 18.30 Uhr angekündigte „Mahnwache“ von etwa 20 Personen fand indes nicht statt; der Ankündigung folgten keine Taten.

    Dennoch sei es ein „katastrophales Signal“ gewesen, dass die Stadtverwaltung das Versammlungsbegehren der Rechtsextremisten genehmigt habe, sagte Peter Vogel von der Partei „Die Linke“. Es hätte der Stadtverwaltung mit Rücksicht auf die Stimmung in der Bevölkerung gut zu Gesicht gestanden, diese Genehmigung zu verweigern – selbst auf die Gefahr hin, vor Gericht zu unterliegen. „Das zeugt nicht von Souveränität“, stellt Vogel fest.

    „Nach dem Versammlungsgesetz mussten wir das genehmigen“, sagt Stadt-Pressesprecher Timo Frers. „Die NPD ist schließlich keine verbotene Partei.“ Die Stadt habe sich bemüht, den Rechtsextremen durch streng gefasste Auflagen den möglicherweise geplanten großen Auftritt in Delmenhorst zu verwehren

  2. 2 Jeff 26. Februar 2010 um 15:24 Uhr

    Nonstopnews:
    http://www.nonstopnews.de/meldung/10658

    Polizeieinsatz gegen Autonome:
    Behelmte Polizeimannschaften verhindern gewalttätiges Zusammentreffen von linken Autonomen und rechter Mahnwache – Rangeleien mit der Polizei auf Marktplatz!
    Extremisten-Aktionen ausgerechnet zeitgleich zum festlichen Beginn der Ausstellung „Demokratie schützen – Verfassungsschutz gegen Rechts- und Linksextremismus“ – Unzählige Polizeikräfte aus der gesamten Region zusammengezogen
    zu den Bildern

    Datum: Donnerstag, 25. Februar 2010, ca. 18:00 Uhr
    Ort: Delmenhorst, Niedersachsen

    (gs) Ausgerechnet zur Auftaktveranstaltung einer Ausstellung zum Thema „Demokratie schützen vor Rechts- und Linksextremismus“ im Delmenhorster Rathaus haben genau diese beiden Gruppierungen draußen auf dem Marktplatz für einen großen Polizeieinsatz gesorgt.

    Nachdem eine kleine Gruppe der rechtsextremen Jungnationalen eine einstündige Mahnwache vor dem Ausstellungsort angekündigt hatten, bildete sich eine vom Delmenhorster Bündnis gegen Rechts gebildeter Gegenprotest auf dem Marktplatz. Im Internet hatten zudem Linksextreme zu einem Treffen in Delmenhorst aufgerufen und darin Gewalt angekündigt. Schließlich marschierten noch vor Beginn der rechten Mahnwache etwa 50 zum Teil vermummte Linksautonome durch die Innenstadt. Die Polizei hatte kurz zuvor Kenntnis von dem Aufmarsch bekommen und bereits unzählige Einsatzkräfte aus der gesamten Region zusammengezogen. Behelmte Einheiten und Polizeihunde kreisten die Autonomen schließlich ein. Zur Durchsetzung unzähliger Platzverweise mussten die Polizeikräfte diverse Linksextreme unter lautstarker und passiver Gegenwehr wegtragen. Es gab immer wieder Rangeleien mit den Beamten, denen es schließlich aber gelang, die gewaltbereiten Autonomen aus der Innenstadt zu entfernen bevor die Gruppe aus etwa 20 Rechtsextremen vor dem Rathaus ihre Mahnwache mit Sprechchören abhalten konnte. Das Großaufgebot sicherte bis zum späteren Abend den Marktplatz um ein Zusammentreffen der Gruppierungen zu verhindern. Gleichzeitig wurde in der Rathaushalle ungestört die Ausstellung durch die Sprecherin des niedersächsischen Verfassungsschutzes Maren Brandenburger eröffnet.

  3. 3 Jeff 26. Februar 2010 um 15:51 Uhr

    WeserKurier, 26.02.10
    http://www.weser-kurier.de/Artikel/Region/Delmenhorst/120350/60+Polizisten+entschaerften+Massenauflauf.html

    Eröffnung von Wanderausstellung

    60 Polizisten entschärften Massenauflauf
    Von Kai Purschke

    Delmenhorst. Vor und während der Eröffnung der Wanderausstellung ‚Verfassungsschutz gegen Extremismus … Demokratie schützen vor Rechts- und Linksextremismus‘ im Rathaus ging es gestern Abend auf dem Marktplatz hoch her. Weil Rechtsextreme im Vorfeld eine Mahnwache bei der Stadt angemeldet hatten, formierten sich das DGB-Forum gegen rechts und Mitglieder der autonomen Antifa.
    Massenauflauf auf dem Marktplatz: Etwa 60 Polizisten waren gestern Abend im Einsatz, um die Situation zu entschärfen.
    © Ingo Möllers
    Massenauflauf auf dem Marktplatz: Etwa 60 Polizisten waren gestern Abend im Einsatz, um die Situation zu entschärfen.

    Allein zehn Polizeitransporter waren entlang der Delme zwischen Markt Eins und Rathaus aufgereiht, rund 60 Polizisten waren – teils mit Hunden – im Einsatz. Der DGB organisierte eine eigene Mahnwache vor dem Markt Eins, die Antifa-Leute versammelten sich vor der Markthalle, wo sie sich hinhockten. Einen nach dem anderen zogen die Polizisten heraus, nahmen die Personalien auf und sprachen Platzverweise aus. ‚Es sind etwa 40 bis 50 Autonome‘, erklärte Einsatzleiter Uwe Vierke. Und ebenso viele Platzverweise seien es gewesen.

    Und zwar bevor überhaupt die Mahnwache der Rechtsextremisten (zehn Teilnehmer waren angemeldet) beginnen sollte. Warum es zu Platzverweisen kam, erklärte Vierke so: ‚Sie sind vermummt durch die Stadt gezogen und hatten im Vorfeld im Internet zu Gewalttaten aufgerufen.‘ Die Rechtsextremisten kamen fast eine Stunde später als angekündigt. Laut Vierke eine abgesprochene Sache, damit die Seiten nicht aufeinander prallen. Er hoffte, dass es dazu nicht noch zu einem späteren Zeitpunkt kommen würde.

    Unterdessen fand im Rathaus die Ausstellungseröffnung statt, die vom Niedersächsischen Verfassungsschutz initiiert wurde. Hausherr und Oberbürgermeister Patrick de La Lanne, Maren Brandenburger vom Verfassungsschutz und Polizeirat Heinz Schevel begrüßten die Gäste. Die Ausstellung informiert über die Erscheinungsformen des Rechts- und Linksextremismus. Neben einem kurzen Film informieren Schautafeln die Besucher. Die Ausstellung ist montags bis donnerstags von 15 bis 18 Uhr zu sehen, vormittags steht sie Klassen ab dem achten Jahrgang zur Verfügung.

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