Vechtaer HDJ-Aktivist_innen verurteilt

Wegen einer durchgeführten Rasseschulung (wir berichteten 1, 2) kam es am gestigen Dienstag zu Verurteilungen vor dem Landgericht Berlin.

Der Biologiestudent und Referent der Rasseschulung Ragnar Dam aus Rostock erhielt eine Strafe von einem Jahr und fünf Monaten, ausgesetzt auf drei Jahre Bewährung. Er hat neben der durchgeführten Rasseschulung auch gegen das Versammlungsgesetz verstoßen, als er ein sogenanntes „Pimpfenlager“ der HDJ veranstaltet hat, auf dem mit Hakenkreuzen versehene Masken getragen wurden, während Dam mit der HDJ-Uniformierung gleichzeitig die Zugehörigkeit zu dieser Gruppe zeigte.

Die beiden Vechtaer HDJ-Aktivist_innen Christian Fischer und Daniela Kühnel wurden ebenfalls wegen Volksverhetzung und Verwendung von Propagandamitteln verfassungsfeindlicher Organisationen bzw. der Beihilfe dazu verurteilt.


Verurteilt: Christian Fischer und Daniela Kühnel aus Vechta
Fotos: recherche-nord

Der Vechtaer Nazikader Christian Fischer (27) wurde zu einem Jahr auf Bewährung verurteilt. Vor Gericht betonte er, er könnte über sein Verhalten „heute nur den Kopf schütteln“. Eine Distanzierung, die mehr als unglaubwürdig ist, angesichts Fischers Engagement im Landesvorstand der „Jungen Nationaldemokraten“, der NPD-Osnabrück und im „Bundesordnungsdienst“ der NPD sowie seines Vorsitzes in der JN-Osnabrück. Auf einem jüngst veröffentlichen Bericht auf der Homepage der JN-Osnabrück, für die Christian Fischer verantwortlich ist, wurde vom „biologischen Erbe unseres Volkes“ und von der „Abstammungsgemeinschaft“ der Deutschen geschrieben. Innerhalb der JN gab Fischer als Ziel seines Engagements die „Vermittlung von weltanschaulichen Werten und die Überlieferung unserer Kultur“. Tätigkeiten, die auch Hauptschwerpunkt der HDJ waren. Distanzierung sieht anders aus.

Die Vechtaer Neonazi-Aktivistin Daniela Kühnel (24) kann auf eine längere Karriere innerhalb der neonazistischen Szene zurückblicken. Bereits in den Jahren 2005/2006 war sie Aktivistin in der Kameradschaft „Freie Nationale Vechta“ sowie im NPD-Stützpunkt Vechta. Gleichzeitig machte sie in der „Heimattreuen Deutschen Jugend“ Karriere und wurde dort bis zum Verbot des Vereins „Unterführerin“ der HDJ-Einheit „Herrmannsland“.
Wegen der von ihr unterstützten Rasseschulung (sie kassierte das Eintrittsgeld und betreute die Referenten) muss sie nun eine Geldstrafe von 1800 Euro zahlen.

Die bekannt gewordene Rasseschulung war ein Grund für das im März 2009 verhängte bundesweite Verbot des Vereins.

Presseartikel zum Thema:
Blick nach Rechts
taz
NDR
DDP





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